Irgendwie wars das…

…mit der fast schon surealen Idylle im Mushroom und am Otres Beach. Am 23.06 kamen wir zu unserem Pilz zurück und Oliver war tot. Eine ebenfall sureale Begebenheit. Oliver ist einige Tage vor uns in den Mushroom Point gezogen, wir hatten ihn aber bei der Überlegung in eine andere Unterkunft nebenan einzuziehen bereits am Tag seiner Ankunft flüchtig kennengelernt und liefen uns die Tage darauf immer mal wieder über den Weg. Am Abend vor seinem Tod waren wir bei seinem Zweitbungalow, den er sich wegen der Lage direkt am Meer zusätzlich gemietet hatte mit einigen anderen bei einem kleinen Umtrunk beisammen. Am nächsten Tag war er tot. Einfach so, aus! Die Situation denkbar eigenartig. Im Grunde genommen kannte keiner von uns Anwesenden diesen zumindest scheinbar lebensfrohen Menschen länger als einige Tage. Wir beide deutlich kürzer. Was sonst, in der Zeitung gelesen, ein kurzes Wimpernzucken generiert, löste bei allen Anwesenden sichtbare Fassungslosigkeit aus. Und gegenüber auf der Straße spielten ein paar Khmer Kids Volleyball. Und das ganze an einem Ort an dem man mit Allem rechnet, aber nicht damit dass ein Mensch den man eben kennengelernt hat mir nichts dir nichts ertrinkt.
Abends, die deutsche Botschaft war mittlerweile informiert worden und kümmerte sich um die Angelegenheit, kamen alle Anwesenden am Strand zu einer Art Schweigeminute mit Feuer zusammen. Obwohl ich für meinen Teil eigentlich nur recht widerwillig dorthin begab – schließlich verband mich außer ein paar kurzen gewechselten Sätze nicht mehr mit Oliver als mit jedem anderen Menschen aus der Zeitung – fingen mich die Gefühle mit einem Schlag ein. In so einem Moment denkt ein jeder anscheinend an ähnliche Dinge. An sein eigenes Glück, an seine eigene Vergänglichkeit, frägt sich nach dem Sinn des Todes, nach seiner Bedeutung…
Als die anfänglich eher getragene Gitarrenbegleitung in den Song Girl von den Beatles mündete, traf mich ein weiteres Mal die Absurdität der ganzen Situation. Im Endefekt waren wir alle nur Menschen die von dem Tod eines Menschen berührt wurden den wir alle kaum kannten. Ein jeder hatte andere Interessen, Ziele oder Beweggründe. Das einzige was uns Verband oder Verbindet ist die Freude amm Reisen, am Erleben und jetzt eben auch der Tod eines Menschen.

Wir reisten am nächsten Tage weiter nach Kampot. Das war zwar schon im Voraus von uns so beschlossen worden, aber die jüngsten Ereignisse haben den Ort in der Nähe von Irgendwo, zumindest für dieses Mal, nachhaltig vergiftet. Ein deutsches Mädel sowie eine Israelin, die mit Oliver einige Tage zusammen gereist waren, folgten uns denn auch.
Der nächste Tag: Die jüngsten Ereignisse waren und sind immer noch präsent, jedoch nicht mehr so drängend. Die Fassungslosigkeit ist einem gewissen Maß an erschrockener Gleichgültigkeit gewichen.
Die Fahrt nach Kampot war angenehm, bekamen wir mangels ausreichend Gästen, anstelle des Platzes im Minibus einen privaten Fahrer. Dies ging nicht nur schneller sondern hatte zudem den Vorteil dass wie uns in Kampot an einige Guesthoue-Adressen bringen lassen konnten und so die Qual der Wahl hatten. Am Ende hatten wir diese Qual dann dennoch nicht, da stival so gut wie alles ausgebucht war. Das angekündigte Kampot Musikfestival warf seine Schatten voraus…

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2 Antworten auf Irgendwie wars das…

  1. Ferhat sagt:

    Mahlzeit, ich bin mal so frech und poste was im Blog. Sieht toll aus! Ich beschaeftige mich auch seit kurzem mit WordPress verstehe aber noch nicht alles. Deine Seite ist mir da immer eine gute Motivation. Weitermachen!

  2. janne sagt:

    ein memento mori, treffend beschrieben – take care und viele grüsse

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