Bangkog und die Weiterreise nach Kambodscha

Die letzten Tage in Bangkok waren so relativ lau in punkto Erlebnisstufe. Wir haben hauptsächlich geschlafen, gefrühstückt und dann irgendwann zu Abend gegessen. Zwischendurch waren wir mal noch auf oder vielmehr im BohBeh Market was ein relativ großes

Einer der wenigen verbliebenen Klongs in Bangkok

Einer der wenigen verbliebenen Klongs in Bangkok

Wholesail-Center für so Allesmögliche ist. Man kann für ca 70 Baht das Stück T-Shirts kaufen, mit den selben zum Teil abgefahrenen Motiven die es z.B. auf der Kaoh San gibt (für Diejenigen die es nicht wissen, das ist der Backpacker-Party-Moloch Bangkoks) und für die weniger als die Hälfte. Später Abends war dann abhängen angesagt in der absolut legendären großartigen Happy Bar, die sehr klein, ist und sich eben nicht auf besagter Kaoh San befindet – thai-style eben. Der Besitzer dieser Bar ist sozusagen ein alter Freund von mir namens Piuk (oder so ähnlich) den ich vor ca. zwei Jahren in der Tuk Tuk Bar kennengelernt hatte.

Einschub: Vor ca. zwei Jahren, beim Versuch dem Trubel der Kaoh San schnellstmöglich zu entkommen schlenderte ich durch irgendwelche Seitenstraße, als ich auf der anderen Straßenseite Tom Waits einen John Lennon Song singen hörte. Tom Waits entpuppte sich als Son, einem recht korpulenten Thai mit langem Bart und einer sagenhaft buesigen Stimme. Selbstverständlich war diese Bar ab sofort meine Stammkneipe in Bangkok und ich trank mehr als 5 Whisky Sour in diesem Etablissement. Son war ürigens auch der Besitzer der Bar und nachdem seine tägliche Show zu ende war pflegte er an meinem Tisch seine famose
Whiskystimme. Mein erster Weg beim heurigen Bangkokbesuch galt ebendieser Tuk Tuk Bar, doch musste ich enttäuscht feststellen, dass sei nicht mehr existierte. Die Enttäuschung darüber währte allerdings lediglich einen knappen Tag, da Abends beim Spaziergang durch die Soi Rhambutri auf einmal Janis Joplin ziemlich lebendig aus einer  Bar herausträllerte.

Janis Joplin und Ihr Mann in Bangkok

Janis Joplin sammt Ehemann

Janis ist natürlich ebenfalls nicht Janis, sondern eine Thai mit einer wirklich wahnsinnig guten Rockstimme die in den Straßen des Backpacker-Viertels Bangkoks ihr  Talent verschleudert. Die Frau ist wirklich richtig gut doch damit nicht genug, zu meinem Glück kannte ich Sie von Gastauftritten im Tuk Tuk. Ihre Gitarrenbegleitung, welche sich als Ihr Mann entpuppte, rief dann sofort Son an und erklärte mir wo dieser sich im Augenblick befände.

Damit wären wir, wehrte Leser dann auch fast am Ende des Rückblickes und in besagter Happy Bar angelangt, wo Son und Piuk zusammen mehreren Flaschen Thai-Whisky zusprachen und zu welcher Tätigkeit ich mich recht schnell und schon fast gezwungenermaßen gesellte.

Am Freitag Abend hatte Son einen Auftritt im Greenhouse, den ich Mira selbsteverständlich nicht vorenthalten konnte und weßwegen sich unser Bangkok-Aufenthalt ein paar Tage mehr als geplant hinzog. Seine Interpretation von Cat Stevens Moonshadow deutlich mehr Soul als das Original und zudem ist die Person Son weitaus

Son im Greenhouse

Son im Greenhouse, BKK

unproblematischer in seiner Einstellung zum Universum und allem als Cat. Ob Bob Dylan seine  Freude am bluesigen Cover von Tambourine Man haben würde weiß ich allerdings nicht, wir hatten unsere jedoch auch dabei. Zumal sie von einem Harpspieler begleitet wurde dem Bob, zumindest technisch gesehen, nicht das Wasser reichen kann. Mit diesem hatte ich im Anschluss auch noch ein recht erfrischendes Gespräch zur israelischen Politik wo meine Ansichten zu mindestens 99% bestätigt wurden. Diese kleine Erfahrung ist bemerkenswert, weil wir einen Tag zuvor beim Genuss eines Cappucino feststellen mussten dass wir uns in einer

Israelischer Schuppen in Bangkok

Hebräischer Schuppen in BKK

israelischen Bar befanden, die wiederum zwischen weiteren drei Einrichtungen (Reiseebüro, indisches Restaurant, Shisha-Bar) mit hebräischen Speisekarten und Aushängen lokalisiert ist. Ich hatte bei meinem ersten Besuch Bangkoks nicht festgestellt, dass es in der Stadt ziemlich viele kippatragende Touristen gibt und sogar einige mit Schläfenlocken, obwohl ich auch damals im selben Restaurant aß und trank. Wir haben das Restaurant übrigens auch am nächsten Tag, also am Tag von Sons Auftritt besucht. Es gehört mit Sicherheit zu den relaxtesten Orten in Bangkok und das Humus ist ein Geheimtipp. Außerdem hat sich ein sympatischer Backpacker mit Free Palestine auf der  Toilette verewigt – ein rundum empfehlenswerter Platz also.

Im Anschluss an Sons Konzert gingen wir zu dritt (Son Mira und ich) in die Happy Bar, was sich am nächsten Tag während der Busfahrt nach Trad leider etwas rächte. Thai-Whisky mit Ginseng und Honig ist relativ trinkbar aber auch relativ kopfschmerzgenerierend. Die Fahrt nach Trad

Mira Son und Piuk vor der Happy Bar, im Hintergrund Sons Tochter

Mira Son und Piuk vor der Happy Bar

und die anschließende Weiterfahrt nach Koh Kong in Kambodscha war infolgedessen auch relativ anstrengend (zumindest für mich) was allerdings auch mit dem fahrbaren Untersatz zu tun haben dürfte – dem annähernd worst Reisebus Thailands and all over the World. Die Weiterfahrt von Trad zur kambodschanischen Grenze ist nebenbei bemerkt recht komfortabel und einfach vor Ort zu organiseren. Einfach am zentralen Busbahnhof aussteigen und ein Ticket zur Grenze lösen. Ab gehts in einem neuen Minibus mit Karaoke-Anlage, LCD-Bildschirm und bequemen Sitzen.

Der kleine Grenzübergang bei Koh Kong ist etwas unorthodox für europäische Verhältnisse und selbstverständlich versuchen die Beamten erstmal das dreifache fürs Visum herauszuschlagen. Unsere Weigerung diesen Betrag zu bezahlen und unser Hinweis dass der offizielle Preis 20 Dollar betrage wurde damit quitiert dass man das Fenster am Schalter vor unserer Nase schloss und uns sagte wir müssten zwei Stunden warten. Gut, dann warten wir halt. Nach ca. einer Zigarette kam eine zweite Beamtin heraus und forderte uns auf die 20 Dollar nebst 5 Dollar Bearbeitungsgebühr zu bezahlen und half uns dann recht umfassend beim Ausfüllen der Dokumente. Alles in allem war die Sache einfacher als befürchtet und weitaus unstressiger als das was von den populäreren Grenzübergängen so berichtet wird.

Auf der anderen Seite der Schranke wählten wir nach einigen Verhandlungen zwei Motorradfahrer für die Weiterreise, was sich hinterher als  Glücksgriff herausstellte. Erstens waren die zwei super freundlich und unser Geld kam gefühlt auch an der richtigeren Adresse an. Die Wahl auf diese Beiden fiel nicht zuletzt auch, weil sie am ruhigsten waren, nicht auf uns eingeredet haben und irgendwie einfach den weniger abgezockten Eindruck erweckten als die Autobesitzer vor Ort, welche am Rande erwähnt, zum Schluss auch nicht mehr teurer gewesen wären. Die Fahrt nach Koh Kong war ebenfalls ein kleines Erlebnis, da das Panorama bei der Flußüberquerung wirklich schön ist und die Cardamonberge im Hintergrund eine dunstverschleierte Mystik im Abendlicht verströmten.

Die Absteige die wir in Koh Kong haben ist äußerst Billig (3 USD) und auch dementsprechend sauber und komfortabel. Im gegenüberliegenden Restaurant holen wir uns aber gerade den Komfort zurück und geben die gesparten Dollars für leckeres Essen in Euro-Asiatischer Atmosphäre aus.

Morgen geht es weiter nach Shianoukville wo wir hoffen dem seit zwei tagen währendem, sintflutartigen Dauerregen etwas zu entkommen. Das Wetter ist recht bescheiden und wenn sich das nicht ändert müssen wir uns schnellstens was überlegen.

Demnächst mehr und bis dahin viele Grüße von uns…

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Eine Antwort auf Bangkog und die Weiterreise nach Kambodscha

  1. Lasse sagt:

    Netter Artikel. Sicher nicht verkehrt, sich mit dem Thema detailierter zu befassen. Ich werde gewiss auch weitere Artikel lesen.

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